Augenarzt Dr. med. univ. Arno B. Sailer
Augenarzt Dr. med. univ. Arno B. Sailer

Grüner Star

Glaukom

Broschüren zum Ausdrucken

 

Allgemein: 

Unter dem Begriff Glaukom versteht man eine Reihe von Augenerkrankungen mit verschiedenen Ursachen, die zu einer Schädigung des Sehnervs führen können. Ein Glaukom kann durch einen erhöhten Augeninnendruck (IOD), niedrigen/hohen Blutdruck (RR) und falscher Gefäßregulierung verursacht werden. Wird das Glaukom nicht behandelt, können Gesichtsfeldausfälle bis zur Erblindung die Folge sein.

Das Augenkammerwasser liefert die Nährstoffe für Hornhaut und Linse. Wie bei einem See besteht im gesunden Auge ein Gleichgewicht zwischen Zufluss und Abfluss des Kammerwassers. Dadurch bleibt der Druck im Augeninneren konstant. Beim Glaukom ist dieses Gleichgewicht gestört. Dadurch entsteht ein erhöhter Augeninnendruck (IOD), der nach und nach den Sehnerv schädigt, sodass die Nervenfasern nach und nach absterben. Ein Glaukom kann plötzlich auftreten oder lange Zeit keine Beschwerden verursachen und sich erst innerhalb von Jahren oder Jahrzehnten manifestieren.

 

Obergrenze des „normalen“ Augeninnendrucks liegt bei 21mmHg (bei 15% aller Glaukompatienten besteht allerdings ein IOD, der unter diesem Wert liegt), 4-7% der Bevölkerung über 40 Jahre haben einen Augeninnendruck von >21mmHg, von ihnen entwickeln jährlich etwa 1% ein primäres Offenwinkelglaukom.

 

Bei 60% mit Pseudoexfoliationssyndrom (PEX) entwickelt sich ein sek. OWG

 

Generell gilt:

 

Je größer der Sehnervenschaden ist, desto

niedriger sollte der angestrebte Augeninnendruck sein!

 

Es muss ein ausgeprägter Sehnervenschaden vorliegen, bevor Gesichtsfelddefekte überhaupt nachweisbar sind!


Das Glaukom ist der Wolf im Schafspelz!

 

Epidemiologie: Das Glaukom gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen. 15-20% aller Blinden haben ihr Augenlicht durch ein Glaukom verloren. Rund 40% der über 40-Jährigen haben einen erhöhten Augeninnendruck.

 
Therapie: Medikamentös; mittels Laser; chirurgisch (ggf. mit Implantaten)

Die medikamentöse Therapie setzt eine "strikte" tägliche Einnahme der Medikamente (Augentropfen) vorraus. Im medizinischen Alltag zeigt sich, dass die Patienten (90%) die Augentropfen, aus unterschiedlichsten Gründen, nicht wie verordnet einnehmen.

 

Medikamente werden meistens dann gerne eingenommen, wenn Schmerzen auftreten... doch

 

!!! Schmerzen sind bei der häufigsten Glaukomform nicht der Fall... !!!

 

Details

Bild 1 u. 3 zeigen eine gesunde Papille mit Übergang zum Sehnerv; schwarze Pfeile zeigen eine reguläre Eindellung (Excavation)

 

Bild 2 u. 4: pathologische Veränderung der Papille mit vergrößerter Excavation; schwarze Pfeile zeigen einen "Bajonett-Verlauf" eines Gefäßes als Indiz einer glaukomatösen Papille

 

Bild 1 u. 2: Gelb werden die Nervenbündel dargestellt, welche sehr sensibel auf Veränderungen wie z.B. Druckerhöhung reagieren und "untergehen/absterben". Da Nervenzellen sich nicht regenerieren können, führt ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck (IOD) zum progredienten u. dauerhaften Untergang dieser Nervenzellen (RNFL).

 

Cave: Der Patient hat im Normalfall keine Schmerzen und bemerkt oft viel zu spät, dass das Auge pathologischen Veränderungen ausgesetzt ist. Daher sollte man alle 2 Jahre zur augenärztlichen Kontrolle gehen. Für Glaukompatienten ist eine min. 1/2-jährliche Augenuntersuchung notwendig, um diesen pathologischen Prozeß dauerhaft zu lösen.

 

!!!Der Sehnerv ist das "Glaukomgedächtnis" des Auges!!!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Arno Benedikt Sailer