Augenarzt Dr. med. univ. Arno B. Sailer
Augenarzt Dr. med. univ. Arno B. Sailer

Augeninfarkt

arterielle u. venöse Form

Pathogenese

Für einen Gefäßverschluss gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten. Entweder es wird ein kleines Blutgerinnsel (Embolus) mit dem Blut mitgetragen und verstopft ein Gefäß oder die Gefäßwand wird wie bei einem verrosteten Rohr nach innen immer dicker, bis kein Blut mehr durch das Gefäß fließen kann und das Blut im Gefäß gerinnt (Thrombose).



In beiden Fällen kommt es nach einer gewissen Zeit zu einer Minderversorgung des zu durchblutenden Gewebes mit Sauerstoff (Infarkt) und das Gewebe stirbt ab.



Nicht nur das Herz oder das Gehirn können einen Infarkt erleiden, sondern auch andere Organe, wie beispielsweise die Augen. Wenn Sie einen Augeninfarkt haben, werden Sie auf dem betroffenen Auge plötzlich eine Sehverschlechterung, Schatten oder nur mehr Bewegungen erkennen und das schmerzfrei. Tritt dies ein, sollten Sie in eine Augenklinik. Je nachdem, welches Gefäß am Auge betroffen ist, kann sich die Sehverschlechterung unterschiedlich äußern.



Bei einem vollständigen Verschluss resultiert eine plötzliche Erblindung, während bei einem Verschluss eines kleinen Astes nur eine geringe Sehverschlechterung auftreten kann (sektorielle Sehverschlechterung).



Wie bei einem Herzinfarkt gilt:



!!!Je schneller die Therapie erfolgt, desto größer sind die Heilungschancen!!!



Bei einer Behandlung innerhalb von einer Stunde können oft noch deutliche Verbesserungen erzielt werden, nach >5 Stunden besteht nur noch geringe Aussicht auf eine Sehverbesserung.



!!!Mittlerweile können die Schäden gut gelindert werden. Sie können aber davon ausgehen, dass Ihre Sehfähigkeit auf Dauer eingeschränkt sein wird!!!

 

Welche Risikofaktoren gibt es?

Prinzipiell gelten für einen Gefäßverschluss am Auge die gleichen Risikofaktoren wie für Herz- u. Kreislaufkrankheiten:

  • Erhöhter Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) 

  • Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) 

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) 

  • Übergewicht (Adipositas) 

  • Rauchen 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie

  • Zu wenig körperliche Bewegung



Daneben spielen am Auge noch andere Faktoren eine Rolle: 

   • Gefäßentzündungen 

   • erhöhter Augeninnendruck (IOD) 

   • Störung der Blutzusammensetzung und Blutgerinnung (Thrombophieliabklärung)



Thrombus ist der medizinische Begriff für einen Blut-„Pfropf“ in einem Blutgefäß. Dagegen wird für das extravasale Blutgerinnsel der Begriff Koagulum verwendet. Thromben können sowohl im venösen als auch im arteriellen Teil des Blutkreislaufs entstehen. Ein Thrombus kann das Gefäß als festsitzender Thrombus an seiner Entstehungsstelle verstopfen, oder er kann sich lösen, vom Blutstrom mitgerissen werden und an anderer Stelle Verstopfungen verursachen, die dort zum Ausfall der Blutversorgung (oft ganzer Organe) führen.

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© Arno Benedikt Sailer