Augenarzt Dr. med. univ. Arno B. Sailer
Augenarzt Dr. med. univ. Arno B. Sailer

Arterieller Infarkt

Embolus

Verschlüsse in Arterien werden als Artheriosklerose (AS), abgelöste Teilstücke als Embolus bezeichnet (Arterien führen vom Herz weg)

  • Calciumemboli (weiß)

  • Cholesterinemboli (gelb)

  • Thrombozyten-Fibrin-Emboli (grau)

  • Myxom-Emboli

 

Therapie bei arteriellen & venösen Verschlüssen:

Bei Ausbildung eines Makulaödems: Argonlaser, intravitreale Injektion von Lucentis ggf. Avastin, Ozurdex. Es muss später häufig eine Laser- u/o Kältebehandlung (Verödung der Netzhaut) durchgeführt werden, damit Folgeschäden (sog. Gefäßproliferationen) vermieden werden. Dies ist wichtig, um dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer krankhaften Augendruckerhöhung durch die Netzhautproliferationen (Gefäß-Kammerwinkel-Proliferationen = sekundäres Winkelblock-Glaukom) kommt.



Arterielle Verschlüsse: Sind seltener als Venenverschlüsse; Inzidenz 1/10.000. Seltene Ursache sind entzündliche Veränderungen wie Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis [M. Horton; CRP&BSG-Bestimmung]).



Bei arteriellen Verschlüssen:

 

!!!stationärer Aufenthalt von ca. 7 Tagen!!!

 !!!Suche nach der Emboliequelle(n)!!!, 

um eine weitere Embolisation (z.B. Apoplex) zu verhindern…

 

nachfolgend einige Untersuchungen-(Empfehlungen):

 • großes Blutbild

 • internistische Abklärung (24h EKG u. RR; transö. Herzecho (TEE);Carotisduplex

 • neurologische Abklärung

 • MRT von Gehirn, Orbitafeinschichtaufnahme, Carotisabklärung

 • Hämatokritwertbestimmung u. ggf. Senkung auf 35-38%

 

Bei einem frischen Infarkt sollte Initial mit einer Bulbus-Massage versucht werden, den Embolus weiter zu transportieren, um das zu versorgende Areal so klein wie möglich zu bringen. Calciumantagonisten, Pentoxifylillin-Lösung i.v. 500ml tägl. u. ggf. Hämodillution sollte die Durchblutung verbessern. Eine systemische Lysetherapie wird wegen der schlechten Prognose u. des vitalen Risikos, mit dem sie verbunden ist, im Prinzip nicht mehr angewendet.

Bild 1: der helle Bereich zeigt den Hypoxiebereich (Sauerstoffunterversorgung); 

schwarze Pfeil in 1 u. 2 markiert die Ursache der Durchblutungsstörung, den "Pfropf" (Embolus). 



Das Wechselspiel zwischen Cholesterin im Blut und hohem Blutdruck führt zur Ablagerung der Fette in den Gefäßwänden der Arterien. Über viele Jahre sammeln (akkumulieren) sich die Fette (Cholesterin) an und bilden einen harten Plaques. Rauchen, Alkohol, schlechte Ernährung, Stress, wenig Fitness u.v.m. beschleunigen diesen Prozeß. Oft kommt es vor, dass sich ein Teilstück (Embolus) des Plaques ablöst und weitertransportiert wird, wie z.B. ins Auge (Augeninfarkt) oder zum Gehirn (Gehirninfarkt/Apoplex). Der Embolus (Teilstück einer Verkalkung) wird nun soweit transportiert, bis dieser stecken bleibt. Je weiter die Arterien vom Herzen entfernt sind, desto schmäler werden diese und desto kleiner wird ihr Versorgungsgebiet. Das Teilstück des Plaques bleibt stecken, wenn der Innendurchmesser der Arterie u. der Außendurchmesser des Embolus gleich groß sind. Es kommt zur Verstopfung des Gefäßes. Das Gebiet (Areal), welches das Gefäß versorgen sollte, bekommt nicht mehr ausreichend Blut und dadurch zu wenig Sauerstoff (Hypoxie). Als weitere Folge sterben die Nervenzellen, welche sehr sensibel auf Veränderungen reagieren, ab. Die Nervenzellen sind aber ausschlaggebend, um die Information des "Sehens" zum Gehirn zu transportieren. Der "Informations-Seh-Transport" wird unterbrochen und das Gehirn kann in diesem Areal kein Bild mehr zusammenstellen = verarbeiten... dieses Areal ist "blind"!...

Bild 1: der schwarze Pfeil markiert den "gelben" Fleck, die Fovea (zentraler Bereich der Macula), jene Stelle, an der das zentrale Sehen (das Farbsehen) stattfindet (Größe ca. 1.5mm).

Bei einem ZAV erscheint diese Stelle als "kirschroter Fleck". Die gelben Pfeile zeigen auf minderdurchblutete Gefäße. Der Embolus ist hier nicht zu sehen, da er tiefer sitzt. Die Prognose ist sehr schlecht, da der Netzhaut die Nährstoffe entzogen werden.



Bild 2: Farbstoffbild; sogar nach > als 7 Minuten nach Injektion des Farbstoffes gelangt nur wenig Blut zur Netzhaut; normalerweise füllen sich die Gefäße innerhalb von wenigen Sekunden nach Injektion des Farbstoffes komplett an.

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© Arno Benedikt Sailer